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Deutscher Pflegerat: Das Signal der Pflege-Mindestlohnkommission ist zu schwach

By 31. Januar 2020 Februar 9th, 2020 No Comments

Zum Beschluss der Pflege-Mindestlohnkommission, den Pflege-Mindestlohn anzuheben, Ost und West zu vereinheitlichen und nach Qualifikationsstufen zu staffeln, erklärt Christine Vogler, Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats e. V. (DPR):

„Die Mindestlohngrenzen dürfen keine Lohnstandards sein. Sie können auch keine Maßgabe für Tarifvereinbarungen sein. Problematisch ist, dass die Berufe in der Pflege durch Mindestlöhne mit einem bestimmten Wert und einem bestimmten Lohnniveau in Verbindung gebracht werden. Die Unterschiede beim Mindestlohn zwischen Ost-West hätten schon seit langem abgeschafft gehört.

Das Signal an die Bevölkerung, das von den Mindestlöhnen für die Pflegefachfrauen und -männer ausgeht, ist zu schwach und lädt angesichts der begrenzten Höhe der Löhne kaum dazu ein, einen Pflegeberuf zu ergreifen.

Der Unterschied im Mindestlohn zwischen Pflegefachpersonen und qualifizierten Pflegehilfskräften von 2,50 Euro pro Stunde sowie zwischen qualifizierten Pflegehilfskräften zu Pflegehilfskräften von 1,15 Euro pro Stunde ist unangemessen. Diese geringfügigen Differenzen werden kaum dazu führen, sich für eine examinierte Ausbildung zu entscheiden.

Benötigt werden Lohnhöhen, die Familien tatsächlich ernähren können und dem anspruchsvollen Profil der Pflegeberufe gerecht werden. Mindestlöhne können dies kaum erreichen.

Die ungleiche Bezahlung zwischen der ambulanten und stationären Langzeitpflege sowie die der Akutversorgung im Krankenhaus muss aufgehoben werden. Im Bereich der Vergütung in den Kliniken sind wir bereits bei einem Durchschnittswert von rund 19 Euro pro Stunde.

Die Steigerungen der Mindestlohngrenzen dürfen nicht zu einer Erhöhung der Kosten für die Pflegebedürftigen und deren Angehörigen im Bereich der Pflegeversicherung führen. Benötigt werden daher im Vergleich zu heute andere Finanzierungsformen, die eine vollständige Refinanzierung der Kosten gewährleisten.“

Ansprechpartnerin:
Christine Vogler
Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
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Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 15 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.
Präsident des Deutschen Pflegerats ist Dr. h.c. Franz Wagner. Vize-Präsidentinnen sind Irene Maier und Christine Vogler.
Mitgliedsverbände:
Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).
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